Training 2011

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MEINE ERSTEN TRAININGSWOCHEN OHNE TRAINER 

 

 

 

Ende Juli hat mir mein Trainer, Dieter Baumann erklärt, dass er seine Trainertätigkeit einstellen wird. Diese Entscheidung hatte sich bereits im letzten Jahr angedeutet, er hatte einfach zu wenig Zeit. Ich war zunächst etwas traurig, sah diese Nachricht aber auch als Chance das Training umzustellen.

Am 05.08 lief ich noch einen 5000m Wettkampf in London und entschloss mich an diesem Wochenende, mein Training erst einmal bis Herbst selbst zu gestalten.

Die größte Veränderung bestand in der Geschwindigkeit der Dauerläufe. Ich absolvierte meine Dauerläufe sonst im ruhigen Tempo. Ich schaute selten auf die Uhr. Mir war es egal, ob ich einen 5er oder 4:30er-Schnitt auf 1000m lief - auch ob ich 12 oder 11,5km lief. Nach meiner Trainingsumstellung (ab 32. Kalenderwoche) erhöhte ich die Geschwindigkeit deutlich. Ich lief jetzt GPS-genau meine Runden und stoppte erst bei der gewünschten Kilometerzahl. Und es machte mir viel Spaß!!!

Ich war erstaunt, wie schnell ich bei den Dauerläufen unterwegs war und wie frisch ich am nächsten Tag war. Außerdem veränderte ich meine Gymnastik und führte ein Hürden-Kraft-Einheit ein. Die Zeiten der Tempoläufe, die ich in diesen Wochen absolvierte, waren mit meinem alten Training vergleichbar.

 

Die Nichtteilnahme an der Leichtathletik-WM ermöglichte mir immerhin noch 5 Wochen Training. Ein solcher Trainingsblock ist normalerweise während der Saison nicht möglich. Ich verfehlte die 5000m-WM-Norm des DLV um 10 Sekunden deutlich. Das Hammerexamen meines Medizinstudiums verhinderte eine störungsfreie Vorbereitung auf die Saison. In dieser Ausnahmesituation (Examen) musste ich mir eingestehen, dass Leistungssport und Studium nicht immer miteinander vereinbar sind. Erst Ende Mai war das Examen mit der mündlichen Prüfung abgeschlossen. Dafür verlief die Saison noch ganz ok.

SPÄTSAISON 

In der 35. und 36. KW musste ich mit den Wochenkilometer runter gehen, um die Geschwindigkeit in den Tempoläufen zu erhöhen. Außerdem musste ich die Wettkämpfe in Rovereto, Tübingen und Biberach vorbereiten.

Nur 5 Wochen nach der Trainingsumstellung lief ich einen 5000 Meter Wettkampf in Rovereto/Italien. Mit einer Zeit von 13:32min lief ich deutsche Jahresbestzeit. Sowohl in Tübingen, als auch in Biberach zeigte ich zwei sehr gute Leistungen. Leider konnte ich vor Rovereto kein Unterdistanzrennen finden, sonst wäre eine noch bessere Zeit realistisch gewesen.

Zwei Tage vor Biberach war ich auf dem Laufband in der Sportmedizin und ließ einen Stufentest durchführen. Es waren die besten Laktatwerte, die ich jemals hatte - das Training schien zu funktionieren.

AUF NACH BERLIN 

Nach den beiden Stadtläufen in Tübingen und Biberach freute ich mich sehr auf den Grand 10km in Berlin. Im letzten Jahr lief ich den Lauf nach meiner Saisonpause, doch in diesem Jahr konnte ich in guter Verfassung nach Berlin fahren.

In der 39. Kalenderwoche standen 10x1000m auf meinem Programm. Die Einheit stimmte mich sehr positiv auf den Lauf. 5 Tage vor Berlin absolvierte ich 8x600m mit 90 Sekunden Trabpause. Für das Rennen in Berlin hatte ich mir mehr vorgenommen, als eine 28:58min. Nachdem ich nach 1,5km die Führungsarbeit in der Verfolgergruppe übernommen hatte, muss ich mich mit dem Ergebnis zufrieden geben.

JUNGE, MACH MAL PAUSE 

Die Saisonpause ist ein wichtiger Bestandteil in der Jahresplanung. In dieser Zeit sollten sich Bänder, Knochen und Gelenke von den vielen Kilometern erholen. Meine Pause betrug in diesem Jahr grade einmal zwei Wochen. Ich konnte den Trainingsstart in die Olympia-Saison kaum erwarten. Eine kurze Zahninfektion verhinderte, dass ich zu früh mit dem Training begann.

ES GEHT WIEDER LOS!!! 

Das Training hat wieder begonnen. Nach 2 Wochen Saisonpause stieg ich mit 120 Kilometer wieder ein. Das Tempo in den Dauerläufen befand sich weiterhin auf hohem Niveau.

Es folgte eine 150 Kilometerwoche mit 2x Tempo und 2x DL lang.

In der 45. KW erhöhte ich die Qualität mit 2x Tempo und einem Wettkampf.

In der letzten Woche dieses Trainingsblocks erhöhte ich die Quantität auf 170km und hielt die Qualität bei.

ERHOLUNG/SPORTMEDIZIN/BELASTUNG 

Nach den letzten 3 Wochen war mir klar, dass die Erholungsphase einen hohen Stellenwert hat. Sollte ich nicht ausgeruht in den nächsten Belastungsblock gehen, würde ich es bis Weihnachten schwer haben.

Der Belastungsblock begann mit einer Leistungsdiagnostik in der Sportmedizin der Universität Tübingen. Der Stufentest bestätigte das Ergebnis aus dem September. Meine IAS (individuelle anaerobe Schwelle) befand sich bei einer Geschwindigkeit von 3:11min/km (Sept: 3:08min/km).

 

Das Training verlief in dieser Zeit störungsfrei. Das Wetter war für uns Läufer für einen Dezember nahezu perfekt. Nur die 1000er und die 4x800/4x600/4x400m-Einheit (TP:2min/Serienpause:5min) wollte ich nicht bei Regen laufen, so dass ich in den Glaspalast nach Sindelfingen fuhr.

SCHNEESPORT UND TRIER 

Zum ersten Mal in meinem Leben stand ich auf Skier. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich und nach den beiden Belastungsblöcken eine willkommene Abwechslung.

 

Vier Tage vor meinem Jahresabschluss beim Trier Silvesterlauf absolvierte ich eine Tempoeinheit auf meiner alten Trainingsbahn in Hamburg. 12x400m mit einer Trabpause von 1 Minute. Ich drehte meine Runden bei windigen Bedingungen und fühlte mich bis zum Schluss sehr wohl. Nach dieser Einheit war mir klar, dass es in Trier schnell werden kann.